Kurzantwort
Für Mehrfamilienhäuser liegen die marktüblichen Saisonpauschalen bei 80 bis 200 Euro monatlich, für Gewerbeobjekte mit Parkplatzflächen bei 150 bis 1.200 Euro monatlich. Ein einzelner Räum- und Streueinsatz kostet 30 bis 80 Euro bei kleineren Flächen. Pro Quadratmeter und Einsatz sind bei maschineller Räumung 0,80 bis 2,50 Euro üblich, bei Handräumung 2,50 bis 5,00 Euro.
Die drei Abrechnungsmodelle
Saisonpauschale
Ein fester Monatsbetrag über die Winterperiode, unabhängig von der Anzahl der Einsätze. Vorteil: kalkulierbare Kosten, keine Diskussion über Einzelabrechnungen. In milden Wintern zahlt der Auftraggeber mehr als bei Einzelabrechnung, in schneereichen weniger.
Abrechnung pro Einsatz
Bezahlt wird nur, was tatsächlich anfällt. Meist kombiniert mit einer monatlichen Bereitschaftspauschale von 20 bis 100 Euro, die die Vorhaltung von Personal und Technik abdeckt.
Kombination
Eine Grundpauschale deckt eine vereinbarte Anzahl von Einsätzen ab, darüber hinausgehende werden einzeln abgerechnet.
Warum Handräumung so viel teurer ist
Der Unterschied zwischen maschineller und manueller Räumung ist der größte einzelne Preisfaktor. Eine gerade Gehwegfront lässt sich maschinell in Minuten räumen. Außentreppen, enge Durchgänge, verwinkelte Zugänge und Müllstandplätze müssen von Hand geräumt werden und kosten pro Quadratmeter ein Vielfaches.
Bei der Angebotseinholung lohnt es sich deshalb, ausdrücklich zu fragen, welche Flächen maschinell geräumt werden können.
Weitere Preisfaktoren
- Fläche und Zuschnitt – die Quadratmeterzahl ist die Basis, der Zuschnitt entscheidet über den Aufwand
- Region und Schneelage – mehr Einsätze bedeuten höhere Gesamtkosten bei Einzelabrechnung
- Reaktionszeit – kurze zugesagte Reaktionszeiten erfordern mehr Bereitschaft
- Einsatzzeiten – Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätze können Zuschläge auslösen
- Streumittel – abstumpfende Mittel erfordern nach der Saison eine Aufnahme der Flächen
Beispielrechnung
Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten, Gehweg und Zuwegung: Saisonpauschale rund 100 bis 180 Euro monatlich, über eine Saison von fünf Monaten also 500 bis 900 Euro. Umgelegt auf die Einheiten entspricht das etwa 7 bis 13 Euro pro Partei und Wintermonat.
Der Preis ist nicht der entscheidende Punkt
Beim Winterdienst geht es weniger um die Kosten als um die Haftung. Wer räumpflichtig ist und nicht räumt, haftet, wenn eine Person stürzt. Die Beauftragung eines Dienstleisters überträgt dieses Risiko – vorausgesetzt, der Vertrag benennt Flächen, Umfang und Einsatzzeiten eindeutig und die Einsätze werden dokumentiert.
Winterdienstkosten sind nach § 2 Nr. 8 Betriebskostenverordnung umlagefähig, sofern die Umlage vereinbart ist.
Fazit
Ein Angebot lässt sich nur bewerten, wenn Flächen, Räumbreiten, Einsatzzeiten und Reaktionszeiten benannt sind. Der reine Quadratmeterpreis ist ohne diese Angaben nicht vergleichbar.
Häufige Fragen
Feste Saisonpauschale statt schwankender Einzelrechnungen
Der WGS-Gebäudeservice rechnet den Winterdienst als Saisonleistung mit fester Pauschale ab. Der Aufwand bleibt unabhängig vom Witterungsverlauf kalkulierbar.
Saisonangebot anfragenHinweis zu den Preisangaben: Die genannten Spannen geben marktübliche Größenordnungen aus öffentlich zugänglichen Quellen wieder (Stand 2026) und sind keine Preise des WGS-Gebäudeservice. Der tatsächliche Preis hängt von Objekt, Fläche, Leistungsumfang und Region ab und wird nach einer Begehung individuell ermittelt.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den allgemeinen Stand wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Regelungen können je nach Bundesland, Kommune und Vertragsgestaltung abweichen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt.

